Ordo Fratrum Minorum Capuccinorum

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updated 2:21 PM CEST, Jul 21, 2018

Franziskanische Schule für Ausbildner in Afrika

Lusaka (Zambia). Die franziskanische Schule für die Ausbildner in Afrika entstand auf Grund einer Initiative der vier franziskanischen Familien. Der Kurs wurde vom 27. Mai bis 10. Juni 2018 am Sankt Bonaventura College in Lusaka (Zambia) durchgeführt. Die Idee zum  Kurs für Ausbildner entstand ganz spontan, als die Generalsekretäre für Ausbildung in den vier franziskanischen Familien sich letztes Jahr in Rom trafen, um miteinander über eine allfällige Schaffung einer Franziskanischen Universität nachzudenken.

St. Bonaventura College: Insgesamt haben 53 Ausbildner aus den vier Familien teilgenommen: Konventualen, Minoriten, Kapuziner und Dritter Regularorden. Sie trafen sich, um sich in der Kunst der Unterscheidung zu üben und ihre Instrumente als Ausbildner zu schärfen. Die Animatoren halfen den Brüdern, sich so formen zu lassen, dass sie mit Leidenschaft als integrierte Menschen wirken können. Der Kurs hat geholfen, sich gegenseitig besser wahrzunehmen und die Erfahrung franziskanischer Brüderlichkeit neu zu erfahren.

Im St. Bonaventura College engagieren sich seit 1992 die franziskanischen Familien  gemeinsam in der Ausbildung der Brüder. Jedem Studenten steht ein einfaches Zimmer zur Verfügung; er ist gehalten, an den üblichen gemeinsamen Aktivitäten teilzunehmen. Man kommt zusammen zu Gebet, Messe, gemeinsamer Arbeit, kulturellen Aktivitäten und zu den Vorlesungen, die in der St. Bonaventura University abgehalten werden. Das College ist ein Ort, der sich gut dafür eignet, den Wert einer  Ausbildung in Gemeinschaft zu erproben.

Der Kurs ist dreigeteilt, jeder dauert zwei Wochen. In diesem Jahr haben mitgewirkt: Anthropologen, Psychologen, Theologen und Franziskaner sowie Dozenten mit praktischen Erfahrungen. Jeden Morgen gab es zwei Vorträge, am Nachmittag wurden Gruppengespräche zu den Vorträgen durchgeführt. Die Ausbildner konnten ihre Erfahrungen in der Praxis austauschen und Wege in den Blick nehmen, wie sich eine integrale spirituelle Ausbildung verwirklichen lässt.

Zum Programm gehörten auch: die franziskanischen Dimensionen der Ausbildung, die franziskanische Spiritualität, die Introspektion, die affektive, psychosexuelle Reife, die Perspektiven der Neurowissenschaften, Herausarbeiten der wichtigsten Fragen, die Sorge um sich selber  durch Gymnastik und den Tanz des Gehirns, die Begegnungen bei der Heilung von seelischen Wunden in einem affektiv-spirituellen Umfeld, basierend auf einem integralen spirituellen Optimismus.

Verschiedene Kulturen wahrnehmen

Die Teilnehmer stammten aus mehr als zwanzig Ländern Afrikas. Sie konnten am Kurs die Erfahrung machen, welch kulturellen Reichtum sie repräsentieren, und auch die Verschiedenheit und die Einheit innerhalb der franziskanischen Gemeinschaft erleben. Nur schon in der Verschiedenheit der Sprachen lernte man den Respekt vor dem anderen als einer einmaligen, nicht wiederholbaren Identität. Auf diesem Weg konnten die Teilnehmer auch eine positive Einstellung zu jeder Kultur und zu deren Reichtümern gewinnen. Was alle geeint hat, war der franziskanische Wille, im Namen Jesu zu wirken.

Ein Tag, gewidmet dem Gebet und der Kontemplation

Am 3. Juni hielten wir einen Ritiro-Tag und frischten die Kräfte auf, die unser Gebet und unser Nachdenken formen. Der Kapuziner Br. Agustini Mwape, Kustos von Zambia, begleitete uns, in unserem Nachdenken über die Liebe Gottes im Bezug auf die Anforderungen, die an uns gestellt sind. Trotz unserer Grenzen hat Gott uns erwählt, um uns zu seinen Instrumenten zu machen.

Br. Armando, Generalvikar der Brüder des TOR, sprach über die Notwendigkeit, dass wir Brüder und zugleich spirituelle Menschen sind. „Der Ruf Gottes macht uns staunen, wenn wir den Sinn der Nachfolge Jesu innerhalb unserer franziskanischen Gemeinschaft entdecken. Vielleicht erfassen sogar Mitglieder unserer religiösen Familie nicht, aus welchen Gründen wir Ordensleute sind; aber auch sie können die Inspiration erhalten, wie unsere Wahl und unsere Mission sich verstehen“.

Als wir am 4. Juni 2018 zunächst das Video vom Sonnengesang gesehen hatten, waren wir tief bewegt, wie auf den Gesichtern der Brüder das Licht und die Leidenschaft des Franziskus aufleuchtete. Dieses Licht und diese Leidenschaft haben zunächst ihren Platz bei den Ausbildnern, dann aber sollen sie auf die Gesichter der anderen überspringen.

Br. Charles Alphonse und Br. Jaime Rex OFMCap

Letzte Änderung am Donnerstag, 05 Juli 2018 07:24
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