Ordo Fratrum Minorum Capuccinorum

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updated 12:15 PM CEST, Sep 19, 2018

Interfranziskanischer Missionskurs in Bruxelles

Bruxelles. „“Zeugnis von der Freude, das Evangelium in Brüderlichkeit leben dürfen, das ist die vorrangige Aufgabe der franziskanischen Missionare“, so hat es Br. Mauro Jöhri, Generalminister der Brüder Kapuziner vor den elf Teilnehmern des Interfranziskanischen Missionskurses formuliert. Der Kurs fand in Bruxelles vom September und November während des Jahres 2017 statt.

Der dreimonatige Kurs in missionarischer Ausbildung, der von den Missionssekretären der drei franziskanischen Orden konzipiert und durchgeführt wird, fand dieses Jahr in der Internationalen Fraternität der Minderen  Brüder in Bruxelles statt. Der Kurs wird jedes Jahr in englischer und französischer Sprache angeboten und setzt sich zum Ziel, die Brüder Missionare vorzubereiten und zu stärken, damit sie in einem effizient und wirksam in ihrem Leben und Apostolat sein können. In diesem Jahr haben elf Brüder am Kurs teilgenommen, vier Minderbrüder, vier Kapuziner und drei Konventualen. Br. Gian Francesco OFM, Br. Alphonse OFMConv und Br. John Peter haben den Kurs begleitet.

Br. Michael Perry, Generalminister der Minderen Brüder, eröffnete den Kurs. In seiner Ansprache betonte er, die franziskanische Berufung sei in aller erster Linie eine missionarische. Die Teilnehmer setzten sich aus Brüdern zusammen, die bereits als Missionare gewirkt hatten, und aus solchen, die daran waren, sich in den Missionen zu engagieren. Das Programm besteht nicht nur darin, für die missionarische Tätigkeit auszubilden, sondern darin, auf das Leben in einer franziskanischen Gemeinschaft und auf das Zusammenleben vorzubereiten. Es geht um mehr als darum, Informationen über verschiedene Themen zu erhalten. Es geht darum, miteinander dasselbe Leben als Franziskaner zu teilen. Indem die Teilnehmer miteinander dieselbe franziskanische, missionarische Berufung teilten, haben sie auch neue Weisen entdeckt, wie sie Mindere Brüder sein können. Das interfranziskanische, brüderliche Leben wurde für sie zu einer Bereicherung: sie haben gelernt, im heutigen missionarischen Kontext Zeugen „evangelischer Brüderlichkeit“ zu sein.

Die Erfahrungen mit Mission, die einige Teilnehmer bereits gemacht haben, waren in ihren konkreten Beschreibung, wie Mission heute ist, in den informativen Sitzungen eine echte Bereicherung. Die Workshops und die Sitzungen mit den gebotenen Inputs spannten den Bogen von der Missionstheologie zur franziskanischen Missionologie, zur Geschichte der Mission in den verschiedenen Kontinenten und zu den heutigen Herausforderungen der Mission. Vom Gesichtspunkt der Psychologie und der Spiritualität dienten sie der persönlichen Bereicherung. Am Dienstag jeweils wurden die Kursteilnehmer ausgeschickt, den Armen zu dienen. Sie taten das in den Hilfezentren des Klosters Heiliger Anton und im Poverello in der Stadt Bruxelles.

Am Sonntag leisteten sie in den verschiedenen Zentren Bruxelles und seiner Umgebung pastorale Dienste. So machten sie sich mit den derzeitigen Situationen der europäischen Kirche vertraut. Darüber hinaus hatten die Teilnehmer Gelegenheit einige Orte zu besuchen: Brügge, Aachen, Bonn, Köln und Paris. Die Pilgerfahrt zum Marineheiligtum in Banneux und - am Ende des Kurses - der Besuch von Rom und Assisi haben dazu beigetragen, dass die Missionare sich spirituell bereichert fühlten und in der Liebe zu Gott wuchsen.

Heute Missionar sein bedeutet, mit den Menschen in ihrem sozio-ökonomischen und kulturellen Kontext verbunden sein. In einer multikulturellen und immer mehr säkularisierten Welt ist es eine grosse Herausforderung, das Evangelium Nicht-Christen und Nicht-mehr-Praktizierenden Christen zu verkünden. Die anwesenden Missionare haben ihre Überzeugung stärken können, dass sie einem besonderen Ruf Gottes folgen und dass sie den Leuten und der Kirche auch in einem Bereich dienen dürfen, der geografisch und kulturell nicht ihr eigener ist. Sie haben sich eine offene Gesinnung angeeignet und sind vorbereitet, sich in der örtlichen Kultur integrieren zu lassen. Die Missionare sind bereit, wirkliche Franziskaner zu sein, die im Dienst an den Benachteiligten und den von der Gesellschaft Ausgegrenzten unterwegs sind. Der Kurs hat den Brüdern zu einer vertieften Leidenschaft für die Mission verholfen. Er hat sie hingeführt zu der festen Überzeugung, dass sie der missionarischen Herausforderung gerecht werden können.

Br. Marco Tasca, Generalminister der Konventualen, betonte, dass die franziskanische Mission mehr „Sein“ und nicht mehr „Tun“ bedeutet: Am letzten Tag haben die Generalminister der Kapuziner und der Konventualen jedem der Teilnehmer den missionarischen Auftrag übergeben: Sie sollten Zeugen des Evangeliums und des franziskanischen Charismas sein; sie sollten das Evangelium in Minoritas und Brüderlichkeit leben. Der Kurs hat die Missionare dazu bestimmt und vorbereitet, dass sie für alle Menschen, denen sie dienen, zu Leuchttürmen der brüderlichen Liebe und des Erbarmens werden.

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Letzte Änderung am Freitag, 01 Dezember 2017 13:40