Ordo Fratrum Minorum Capuccinorum

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updated 11:16 AM CEST, Aug 13, 2019

Drittes Treffen der Kapuzinerfamilie

Im Kapuzinerkalender ist der 3. Juli ein besonderer Tag. Es ist das Datum, an dem die Päpstliche Bulle „Religionis Zelus“ vor 491 Jahren (3. Juli 1528) die Reform der Kapuziner bestätigt hat. An diesem Tag erinnern wir uns jedes Jahr der Identität unserer Kapuzinerfamilie und des geistlichen Bandes, das uns mit mehr als hundert Instituten des Ordenslebens, die sich mit unserer Geschichte verbunden wissen, verbindet. So treffen wir uns jedes Jahr um den 3. Juli:

  • Im gemeinsamen Gebet und der Feier der Eucharistie danken wir für die Gaben, die wir von unserer geistlichen Familie erhalten und wir gedenken unserer Gründer.
  • Wir teilen geschwisterlich Gespräch und Essen (Frühstück, Merenda oder Mittagessen), wir bestärken unsere Identität als Brüder und Schwestern und sprechen über di aktuelle Lebensituation unserer Gemeinschaft.
  • Wir planen einige kleine Schritte, mit denen wir unsere Beziehungen vertiefen können.

Wir bieten unsere Bereitschaft zur Zusammenarbeit an und informieren über unsere eigenen Projekte. Jedes Kloster, jede Fraternität und jeder konkrete Ort ist der Raum, in dem wir einer noch so kleinen Initiative Raum geben können. So möchten wir dem Geschenk, dass wir eine einzige Familie bilden, neues Leben einhauchen. Dabei achten wir auf die verschiedenen realen Verhältnisse, wir suchen wenn nötig nach einem besseren Datum für unser Zusammentreffen, dabei stimmen wir uns auf eine gemeinsame Frequenz von Comunio und Gegenseitigkeit ab. In diesem Jahr bildet das Thema das Gedenken an die 800 Jahre seit dem Treffen des hl. Franziskus mit dem Sultan. Gleichzeitig gedenken wir der 300 Jahre seit dem Tod des hl. Laurentius von Brindisi.

Dabei soll thematisch der interkulturelle Dialog bedacht werden und es sollen vor allem auch Erfahrungen und Ideen zum Tragen kommen.

Ein Weg der comunio

Beim Abschluss des Jahres des Ordenslebens am 31. Januar 2016 fand in Rom an der Generalkurie des Kapuzinerordens erstmals ein Treffen der Generaloberen oder deren Delegierten statt. Wir dankten Gott für unsere gemeinsame Geschichte, die uns heute hilft, in geschwisterlichem Miteinander die Gegenwart mit Leidenschaft und charismatischer Kraft zu leben und mit grosser Hoffnung auf die Zukunft zuzugehen. Teilnehmer waren mit grossem Interesse die in Rom oder in Italien wirkenden Kongregationen, die Kapuziner Terziarinnen der hl. Familie, die Kapuzinerinnen von Mutter Rubatto, die Kapuziner Terziaren der Schmerzensreichen, die Missionsfranziskanerinnen vom menschgewordenen Gottessohn,Die Kapuzinerinnen vom hl. Herz. Wir wollten am Ende des Jahres des Gottgeweihten Lebens die Verbindung stärken, die unseren Orden mit zahlreichen Ordensinstituten, mit Laien und Ordensleuten, verbindet. Wir wollten den Familiensinn unter uns stärken.Wir bemühten uns, die Kenntnis der Realität und der Pläne unserer Institute zu fördern, allenfalls unsere Ausbildung missionarischer Art und auf dem Feld von Friede, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung zusammenzulegen und neue Initiativen gemeinsam anzupacken.

Aus diesem Treffen erwuchs die Idee, für jedes Jahr einen Tag festzulegen, an dem wir uns unserer gemeinsamen Zugehörigkeit vergewissern. Der Vorschlag war: einen „Tag der Kapuziner Familie“ im ganzen Orden um den 4. Juli, einmal im Jahr und im offiziellen Kalender vermerkt, vom Jahr 2017 an zu begehen. Die Initiative wurde mit einem Brief vom 15. März 2016 allen Mitgliedern unserer Familie bekannt gemacht.

Am 3. Juli 2017, der mit dem Kurs der neuen Provinzialminister zusammenfiel, feierte man in Frascati den ersten Tag der Kapuziner Familie. Auf der Ebene der Generaloberen und ihrer Delegierten trafen wir uns in unserem Kloster Frascati und haben so gleichsam unsere ganze geistliche Familie vertreten. Man schrieb einen Brief an alle Provinziale und Generaloberen und lud dazu ein, den Tag in jeder örtlichen Gemeinschaft zu feiern.

Im Lauf des Vormittags, nach der Vorstellung der Teilnehmer, wurde im Beisein des Generalvizesekretärs im Bereich Bildung vorgeschlagen, eine Konferenz abzuhalten zum Thema: „Die Einheit der Franziskaner und die Kapuzinerreform: Erinnerung an die Bulle „Ite et vos“, im Blick auf die Feier 500 Jahre Kapuzinerreform.“ Die Überlegungen gingen vom Konzept eines „Polyeders“ (vgl. Papst Franziskus, Evangelii Gaudium 236) aus, die Suche nach Einheit in Verschiedenheit und der Respekt vor den Besonderheiten jeder Wirklichkeit bestimmen den Grund unseres Seins als geistliche Familie. Nach dieser Auffassung gibt es eine christliche und franziskanische Anthropologie, die verschiedene Ansätze möglich macht.

Wir haben während dieser Woche die heilige Messe im erfreulichen Beisein der neuen Minister gefeiert. Der Generalminister stand den Feiern vor und wir dankten Gott für das Geschenk dieser neuen Reformbewegung innerhalb der grossen franziskanischen Familie. Das Evangelium vom Fest des hl. Thomas bildete den Grundton für die Reflexion und die Verbindung mit dem zutiefst kontemplativen und apostolischen Wesen der ersten Kapuziner.

Das festliche Mittagessen war eine gute Gelegenheit sich geschwisterlich zu begegnen und miteinander zu teilen. Am Nachmittag sprach man von den zwei grossen Ereignissen dieses Jahrs für die franziskanische Welt: Das Capitolo generalissimo der Franziskaner in Umbrien und vom Kongress über die Einheit der franziskanischen Familie an der Höheren Schule für Franziskanische Studien in Madrid.

Danach berichtete jede Kongregation mit schlichten Worten - wie unter Brüdern und Schwestern - von der Realität des eigenen Instituts und von der wichtigsten Tätigkeit, die es ausübt. Man sprach auch von Restrukturierungen der Zirkumskriptionen, von Ausbildungsprogrammen zur geistlichen Erneuerung, von der Herausforderung der Interkulturalität und von manch anderen Problemen, an denen es nicht fehlt.

Zuletzt wurde man hingewiesen auf die Möglichkeit, sich mit anderen Schwestern und Brüder unserer Familie Anlässen anzuschliessen, die vom Sekretariat für Bildung veranstaltet werden. Es handelt sich dabei unter anderen um ein Ausbildungsprogramm für Ausbildner in Afrika; es findet nächstes Jahr statt. Dann geht es um einen Ausbildungskurs für den Besuch franziskanischer Orte.

Die 2. Tagung der Kapuzinerfamilie fand statt im besonderen Rahmen des Generalkapitels der Kapuzinerinnen vom heiligen Herz. Ort war die Generalkurie in Rom, am 3. Juli 2018. Sie haben uns ihren „heiligen“ Ort mit Zustimmung der höchsten Autorität ihrer Gemeinschaft geöffnet und uns empfangen und uns wie eine Familie aufgenommen; sie selber standen mitten in den Arbeiten an ihren Konstitutionen.

Das Thema, dem man sich stellte, war: „Für neuen Wein, neue Schläuche: Die Herausforderungen der Ausbildung“. Es ging darum, unter uns den Austausch über die aktuellen Herausforderungen der Grund- und der beständigen Ausbildung zu fördern, und zwar für jedes Institut: Probleme und institutionelle Reaktionen, neue Versuche in den vergangenen Jahren, Anregungen, wie neue Strassen der Zusammenarbeit eröffnet werden könnten.

Unter einer zahlreichen Teilnahme der Schwestern und Brüder wickelte sich der nächste Tag ab. Jedes Institut berichtete vom Ausbidungsprogramm, wobei die Anregungen des Dokuments CIVCSVA „Für neuen Wein, neue Schläuche. Vom 2. Vatikanischen Konzil, das Ordensleben und die offenen Herausforderungen“ (6. Januar 2017). Br. Jaime Rey, Generalvizesekretär für Ausbildung stellte die Ratio formationis vor, die der Kapuzinerorden dem Generalkapitel vorlegen wird. Interessant war die Aufteilung in verschiedene Ausbildungswege und die beständige Weiterbildung in den verschiedenen Aspekten des Ordenslebens.

Zur Mittagszeit haben wir die hl. Messe gefeiert. Ihr stand vor Br. Sergio Dal Moro, Generalrat, verantwortlich für den Bereich der Ausbildung. Danach waren wir zu einem reichen Mahl eingeladen. Es war ein Tag des Dankens, des Teilens und des Nachvorneschauens in die Zukunft. Es war ein unaufgeregter Tag, aber er setzte in Bewegung. So können wir unsere Strasse in Gemeinschaft weitergehen.

In diesem Jahr 2019 geht es thematisch um die Erinnerung an das 800-jährige Jubiläum der Begegnung des hl. Franziskus und des Sultans und um die Erinnerung an das 300-jährige Jubiläum des Todes des hl. Laurentius von Brindisi. Wir möchten das Thema des Interkulturellen Dialogs vertiefen und unsere Hoffnungen und unsere Ideen miteinander teilen. Die Generaloberen, ihre Delegierten und die Mitglieder der Generalhäuser werden in unserem internationalen Kolleg in Rom zusammenkommen.

Gebet für den Tag der Kapuzinerfamilie

ENTZÜNDE IN UNS DAS FEUER

Heiliger Geist,
erfülle die Herzen deiner Gläubigen
und entzünde in uns dieselbe Glut,
die im Herzen Jesu brannte,
wenn er vom Reich Gottes sprach
und allen die gute Nachricht verkündete:
„Eurem Vater hat es gefallen, euch das Reich zu geben…
ihr alle seid Brüder.“

Mach, dass dieses Feuer alle erfasse,
wie es Franziskus und Klara erfasst hat,
wie es die ersten Kapuziner ergriffen hat,
wie sich verzehrten im Feuer die Gründerinnen und Gründer
unserer geistlichen Familie.

Du allein, Heiliger Geist,
kannst uns entflammen
und auf dich legen wir unsere Schwäche,
unsere Armut, unser abgebranntes Herz,
denn du wirst es neu entflammen mit Wärme,
mit Heiligkeit des Lebens, mit der Kraft des Reiches.

Gib uns, Heiliger Geist,
in neuer Weise, das Charisma,
damit wir uns einfinden in unserm konkreten Leben,
um den Geist in den Dienst der Kirche zu stellen,
um ihn den Armen, den Letzten, zurückzugeben.

Um dies bitten wir dich
auf die Fürsprache Marias, der Mutter Jesu,
voll der Gnade und Gemeinschaft,
Modell einer Kirche, die dient und auch geschwisterlich sich gibt. Amen.

(Dieses Gebet stützt sich auf ein Gebet von Kardinal Carlo Martini)

III Giornata della Famiglia Cappuccina

Letzte Änderung am Donnerstag, 06 Juni 2019 20:11