Ordo Fratrum Minorum Capuccinorum

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updated 2:18 PM CEST, Aug 11, 2020

Im Gedenken an Br. Maurizio Annoni

Am Abend des 11. April ist Br. Maurizio Annoni, Kapuziner, der Provinz Lombardei in das Haus des Vaters heimgekehrt. Auf diesen wenigen Zeilen möchten wir Gott danken und ihn preisen für all das Gute, das er in der Person von Br. Maurizio vollbracht hat. Er war ein Bruder, der seine Berufung gelebt hat, indem er seine eigene Existenz mit Grosszügigkeit hingab.

Br. Maurizio wurde am 4. April 1952 in Mailand geboren. Er durfte in einer christlichen Familie aufwachsen und  wurde von ihr geprägt. Als er das 4. Jahr in den oberen Mittelschulen besuchte, lernte er in der Pfarrei Certosa di Garegnano in Mailand die Kapuziner kennen. Er wurde Mitglied der Jugendgruppe des Vinzenzvereins. Schon damals setzte er seine Kräfte und seine Zeit für die Ärmsten und Bedürftigsten ein. Nach der Erlangung des Mittelschuldiploms erwarb er die Laurea am Polytechnikum von Mailand. Im Jahr 1979 begann er in unserem Konvent in Lovere das Noviziat. Die zeitlichen Gelübde lebte er am 9. September 1980 ab, die ewigen am 29. April 1984; am 7. September 1985 empfing er die Priesterweihe.

Von 1994 bis 2000 war Br. Maurizio Provinzial der Provinz Lombardei und im Jahr 2000 wurde er zum Präsident der Opera San Francesco für die Armen Mailands ernannt. Genau in diesem Dienst an den Armen hat Br. Maurizio die Talente entwickelt, die der Herr ihm gegeben hat: menschliche Sensibilität, Fähigkeit zu hören, technische und wirtschaftliche Kompetenzen, Weitblick und Aufmerksamkeit für die Herausforderungen, die der gesellschaftliche Wandel mit sich bringt. Opera San Francesco wurde unter der Führung von Br. Maurizio und seiner Mitarbeiter ein hervorragendes Zeichen der Liebe, wo eines der Aspekte des minderbrüderlichen Charismas der Kapuziner zum Leuchten kommt: sich anzunehmen der verschiedenen Formen von Armut und Elend, wobei sie konkrete Gestalt annimmt. Es ist ein Ort, wo wir die Werte der Unengeltlichkeit und der Gastfreundschaft bezeugen können. Die Mensa, die medizinischen Ambulatorien, die Douchen, die Verteilung sauberer Kleidung,  das alles sind evidente Zeichen einer konkreten Liebe, die im Stande ist, vor Ort sich mit anderen karitativen und sozialen Wirklichkeiten zu verbinden.

Br. Maurizio hat seine Energien und Kompetenzen oft eingesetzt für Aufgaben, die ihm direkt vom Generalminister zugewiesen wurden, besonders für ökonomische Visitationen und Sanierungsprojekte, die finanzielle Situationen betrafen, die im Argen lagen. Darüber hinaus war unser lieber Mitbruder auch Mitglied des Administrativrats der Saint Francis Foundation. Diese verteilt jedes Jahr n verschiedenen Zirkumskriptionen unseres Ordens signifikante Unterstützungen an die Kosten der Grundausbildung.

Viele erinnern sich an Br. Maurizio als einen Freund und geistlichen Vater. Nach vielen Stunden der Arbeit war es nicht selten, dass man ihn in den Sprechzimmern des Klosters sehen konnte, wo er zuhörte, Beichten abnahm, Menschen begleitete, die seinen Rat und seine Unterstützung brauchten.

Geben wir dem höchstens und grössten Gott alles Gute zurück, anerkennen wir das Gute und danken wir alle ihm, von dem alles Gute herkommt (FF 49). Das irdische Leben von Br. Maurizio wurde gelebt aus dem tiefen Wunsch, dieser Mahnung des Hl. Franziskus von Assisi nachzukommen. Danke Br. Maurizio, dass du uns diese Schönheit vorgelebt hast. Bitte Gott für alle deine Brüder.

Letzte Änderung am Mittwoch, 22 Mai 2019 12:38