Ordo Fratrum Minorum Capuccinorum

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updated 2:18 PM CEST, Aug 11, 2020

Tod des Bruders Toussaint Zoumaldé

Am Morgen des 20. März wurden wir von einer schrecklichen Nachricht aufgeweckt: Br. Toussaint ist ermordet worden, als er in sein Kloster in Baibokoum im Tschad zurückkehren wollte.

Pere Toussaint Zoumald mapBr. Toussaint war gross gewachsen, eine Palme aus dem unterdessen gerodeten Wald seines Landes, der Zentralafrikanischen Republik. Als uns die Nachricht erreichte, war es, wie wenn uns der dumpfe Schlag eines sinnlos gefällten Baumes träfe. Er war noch jung, Br. Toussaint Zoumaldé, am vergangenen 2. November konnte er sein 47. Lebensjahr vollenden. Im Jahr 1994 wurde er Kapuziner, zum Priester geweiht im Jahr 2002. Er war ein gebildeter Bruder und hatte an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom die Dogmatik studiert. Dann war er über viele Jahre hinweg Professor am Studium Saint Laurent in Bouar. Später wurde er Mitglied der noch jungen Generalkustodie Tschad - Zentralafrikanische Republik. Von 2008 - 2016 war er  Studienpräfekt. Von 2011 - 2016 hat er seine Dozententätigkeit auf die afrikanische Umwelt ausgeweitet. Über Radio „Siriri - Frieden“ ermunterte seine warme Stimme die Zuhörer und förderte die Würde seines Volkes. Er liess vom Evangelium her die Identität seines Volkes mit einem feinen Wort bezeichnen: Négritude. Der senegalesische Dichter und Präsident von Senegal, Leopold Senghor, hatte diesen Begriff schon früher eingeführt. Seinen Wirkungsbereich hat er vom Schulzimmer bis zur Kanzel im Radio ausgeweitet und von der Arbeit in der Schule auf die Dichtung. Er komponierte Lieder und Gesänge. Im Jahr 2017 wechselte er nach Baibokoum im Tschad. Er leitete das Museum der Kultur der Mboum, das der verstorbene Br. Attilio Ladogana gegründet hatte. Er war auch verantwortlich für die Jugendpastoral: Es ging darum, die Wurzeln Afrikas wie Brot auszuteilen, das Evangelium und die Sakramente des Heils den jungen Burschen des Tschad zu erschliessen. Von Baibokoum kehrte er wieder nach Bouar zurück und setze sich für die Bildung des Diözesanklerus ein. 2019 gab es ein schönes Fest des heiligen Josef.

Die feige Hand des Mörders wusste, als er ihn in der Nacht des 19. März ermordete, nichts von der Schönheit und Eleganz des Br. Toussaint, dieser Priester, angereichert mit den Feinheiten des Evangeliums und der Schönheit der Priesterweihe. Er wollte mit dem Bus in den Tschad zurückkehren und musste in Ngaoundéré - Kamerun Halt machen. Er fand in der dortigen Prokura Unterkunft. Der Pförtnerin am vergitterten Tor, sagte er, dass er ausgehe, um sich noch vor dem Dunkelwerden etwas zum Essen zu organisieren. Er kehrte nicht mehr zurück. Man fand ihn leblos mit Schnittwunden am ganzen Körper, auch an den Armen; er lag am Boden; seine Arme muss er reflexartig in die Höhe gehoben haben. Wenige Meter von der Leiche entfernt lag die Brieftasche, allerdings ohne Inhalt. Es fehlte auch das Mobiltelephon.

Der Generalkustos, Br. Jean Miguina, ging mit anderen Brüdern, ihn nach Bouar heimzuholen. Die gefällte Palme wurde in der Mitte der Kathedrale liebevoll aufgebahrt. Bischof Miroslav Gucwa leitete die Beerdigungsliturgie.

Alle weinten über Br. Toussaint: das Volk der Republik Zentralafrika, die Mitbrüder, die Ordensfrauen der vielen Kongregationen, die Armen Schwestern der hl. Klara, der Generalvikar der Diözese Goré - Tschad, als Repräsentant des Kapuzinerbischofs Br. Rosario Ramolo.

Die zentralafrikanische Palme wurde auf dem Friedhof des Klosters Yolé beigesetzt. In Yolé kreuzen sich wichtige Strassen, auch befindet sich dort das Seraphische Seminar. Nach einer Zeit des Schweigens wird man den jungen Kandidaten für das Kapuzinerleben die Geschichte von Br. Toussaint erzählen, vom Professor, der Lieder komponierte und am Radio über Jesus sprach. Seine Lieder sollen von den jungen Leuten immer wieder gesungen werden; diese Lieder sollen als Engel des Friedens die Menschen auf den gefährlichen Strassen dieser Gegend Afrikas begleiten. Möge der Herr der verbrecherischen Hand, die sinnlos die Palme gefällt hat, Vergebung schenken.

Br. Antonio Belpiede, OFMCap

Pere Toussaint Zoumald map

Letzte Änderung am Freitag, 29 März 2019 16:09