Ordo Fratrum Minorum Capuccinorum

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updated 10:10 AM CEST, Aug 20, 2018

Kapuziner auf den Strassen von Barcelona

Barcelona (Spanien). Vom 4. bis 6. Mai 2018 kamen gut 30 Kapuziner aus verschiedenen europäischen Ländern in Barcelona zusammen; mit den Brüdern der Provinz Katalonien wollten sie eine zeitlich befristete brüderliche Mission durchführen. Die Mission trug den Titel "Sant Francesc visita els carrers de Barcelona“ (Franziskus besucht die Strassen von Barcelona). Wir trugen mit uns die Reliquie des Mantels, den der hl. Franziskus der hl. Elisabeth von Ungarn geschenkt hatte; später ging er an den hl. Ludwig, König von Frankreich, über und auf verschiedensten Wegen gelangte er schliesslich an die französischen Kapuziner; sie bewahren ihn auf in ihrem Kloster in Paris.

Am Freitag Morgen, als ersten Akt der Mission unternahmen sie eine Wallfahrt zum Heiligtum Montserrat, wo sie die Mission der Jungfrau Maria anvertrauten. Am Nachmittag begaben wir uns auf die Piazza Catalunya, dem Hauptplatz der Stadt, wo wir einen Stand errichteten. Einige Brüder standen beim Stand, empfingen die Neugierigen und gaben Informationen zur Mission. Die anderen gingen zu Zweien durch die angrenzenden Strassen (darunter die Ramblas), und redeten die Leute, besonders die Jungen, an. Denn für den Abend hatten wir eine franziskanische Vigil für sie vorbereitet, das in Zusammenarbeit mit der Diözesanen Jugendseelsorge. Das „Gehen“ war nicht nur eine Einladung, sondern auch eine Tat des Evangelisierens. Um 21 Uhr trafen wir in der Kirche vom Heiligen Jaume ein, wo wir in Anwesenheit der Reliquie Augenblicke des Lobes und der eucharistischen Anbetung erlebten. Dann gingen wir mit der Reliquie in Prozession durch die Strassen des Stadtzentrums. Begleitet haben uns „Bruder Regen“, das Kreuz von San Damiano und das gesungene Lob Gottes. Die schlichte und zugleich bedeutungsvolle Prozession weckte die Neugier vieler Passanten: es gab solche die bei unserem Anblick sich bekreuzigten, mit Gesten ihre eigene Wertschätzung signalisierten und - vor allem - uns mit zahlreichen Fotos verewigten.

Dann haben wir zwei bedeutsame Stationen gemacht. Die erste auf dem Vorplatz der Kirche, die der Kommunität S. Egidio anvertraut ist; wir haben dort der Begegnung des Franziskus mit dem Aussätzigen und seiner Liebe zu den Armen gedacht. Die zweite Station war vor dem erzbischöflichen Palais, wo der Erzbischof von Barcelona, Kardinale Juan José Omella, uns erwartete.

Mit ihm haben wir uns erinnert an Bischof Guido, der nach dem Ausziehen der Kleider den nackten Franziskus mit seinem Mantel bedeckt hat.

Nach dem herzlichen Empfang durch den Kardinal und seinem Segen gingen wir weiter bis zur Kirche der Heiligen Anna; hier konnte jeder einzeln den Mantel des Hl. Franziskus verehren.

Am folgenden Tag, am Samstag, haben wir unseren Stand in der Nähe der Kapuzinerkirche Pompeia aufgestellt. In der Kirche haben wir für den Abend ein franziskanisches Gebet um Frieden organisiert. Am Nachmittag haben wir, wie immer zu Zweien, die Strassen des Quartiers durchstreift und Leute angetroffen, die wir evangelisieren konnten. Die franziskanische Vigil in der Kirche von Pompeia wurde gestaltet von Br. Hayden Williams, der mit grossem Einsatz die Anwesenden einlud, das Geschenk der Versöhnung mit Gott anzunehmen und selber Versöhnende zu werden für die Menschen um uns.

Am Sonntag Morgen wurde die Mission beendet mit einer Messe, der Br. Štefan Kožuh, Generalvikar, vorstand.

Vor der Messe kamen wir zusammen, um miteinander die berührendsten Augenblicke dieser Tage zu teilen. Alle stimmten überein, dass es eine Freude war, die Erfahrung einer internationalen Brüdergemeinschaft zu machen. Br. Pio Murat, der Verantwortliche für das Projekt Europa, betonte, dass es die Brüdergemeinschaft ist, die die Mission der Kapuziner ausmacht.

Und jetzt, einige „Fioretti“ der Mission: Ein junger Mann, der sich uns sofort als Atheist offenbarte und sagte, es liege ihm keineswegs daran, mit uns Brüdern zu sprechen, öffnete sich gleichwohl und betete das Vater unser und bat um den Segen. Ein tauber Junge fragte angesichts der Reliquie des Franziskus, wie er sie verehren und wie Gott ihn heilen könne. Ein Bruder wurde von einer Gruppe junger Leute gestoppt; sie fragten, ob sie mit ihm eine Foto machen dürften. Sie nähmen an einem Kurs mit folgendem Titel teil: „Ein Selfie mit der sonderbarsten Person, der du auf der Strasse begegnest“.

Ein herzlicher Dank an den Herrn für diese schöne Erfahrung unserer internationalen brüderlichen Mission; dank auch an die Brüder von Katalonien, die uns so freundlich empfangen haben.

Video

Fotogalerien

  1. Montserrat, Wallfahrt der Kapuziner, Barcelona 2018.05.
  2. Mantel des hl. Franziskus in Barcelona. 2018.05.
  3. Kapuziner. Evangelisation in Barcellona. 2018.05.
  4. Kapuziner in Barcellona. 2018.05.

Letzte Änderung am Freitag, 18 Mai 2018 14:07