Ordo Fratrum Minorum Capuccinorum

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updated 6:46 AM CEST, Jun 14, 2018

Br. Oktavian Schmucki, heimgekehrt in das Haus des Vaters

Empfehlung Br. Oktavian Schmucki, heimgekehrt in das Haus des Vaters

Rom. Gestern erreichte uns die Nachricht, dass Gott im Spital von Schwyz (Schweiz) Br. Oktavian Schmucki zu sich gerufen hat. Er war bekannt im ganzen Orden und hochgeschätzt wegen seiner Studien zu Franziskus und wegen der Rolle, die er auf dem Weg der Erneuerung unserer Konstitutionen  spielte.

Über die letzten Tage seines irdischen Lebens haben uns im Augenblick noch keine Nachrichten erster Hand erreicht. Wir können hier nur die wichtigsten Eckpfeiler seines Lebens festhalten: Er wurde am 8. Januar 1927 geboren; die einfachen Gelübde legte er am 8. September 1948 ab; die feierlichen Gelübde am 8. September 1951; am 6 Juli 1952 wurde er zum Priester geweiht.

Schmucki

Es hilft uns, wenn wir in angemessener Weise an ihn uns erinnern wollen, was der damalige Generalminister, Br. John Corriveau, in einem an ihn gerichteten Brief vom 14. Oktober 1997 geschrieben hat. Der Brief, der am Ende seines Dienstes in Rom und bei der Rückkehr in die Provinz geschrieben wurde, ist so etwas wie eine Synthese all dessen, was Br. Oktavian für den Orden geleistet hat: “Es waren mehr als 40 Jahre stillen Einsatzes, von 1956 bis heute, - so schrieb ihm der Generalminister - während derer du eine tiefe und präzise Forschung über die Spiritualität des hl. Franziskus geleistet hast. Davon geben Zeugnis die lange Reihe von Artikeln, die du in verschiedenen Fachzeitschriften publiziert hast. Du hast die christlogische Frömmigkeit des Poverello vertieft, dabei hast du deinen Blick gerichtet auf die Stigmatisation und auf die Krankheiten, auf den Geist des Gebetes und auf die kontemplative Dimension. Brüder und Wissenschaftler haben diese Studien - es sind gut 349 Titel - mit Genuss, Interesse und Nutzen gelesen. Sie haben auch einen Beitrag geleistet, dass die Liebe zum franziskanischen Leben und Charisma in den Herzen der Brüder neu entfacht wurde.“

Im selben Brief können wir lesen: „einen Beitrag für die Erneuerung unserer Konstitutionen, wie sie das  Zweite Vatikanische Konzil haben wollte, hast du geleistet, in dem du von 1964 bis 1968 als Sekretär der juristischen Kommission des Ordens ein riesiges Quellenmaterial zusammengetragen hast.“

Nicht übersehen dürfen wir, dass Oktavian Schmucki für gut 16 Jahre, von 1972 bis 1987, verantwortlicher Redaktor der internationalen Zeitschrift „Collectanea Franciscana“ gewesen ist.

Im Brief von John Corriveau wird auch hingewiesen auf die „beeindruckende bibliographische Ernte, die Oktavian zu Fidelis von Sigmaringen zusammengetragen hat“; er war damals gerade daran, sein Werk über den Heiligen abzuschliessen.

Als Br. Oktavian in seine Provinz zurückgekehrt war, führte er sein Leben als Gelehrter und Forscher weiter. Es reicht, in den Helvetia Franziscana zu blättern und man stösst unter den Autoren und Mitarbeitern immer wieder auf seinen Namen. In einer der letzten Nummern erschien ein Profil seines Mitbruders, Br. Anton Rotzetter, ein grosser Franziskusforscher, der mit 77 Jahren gestorben war. Es war Br. Oktavian Schmucki, der diesen Nachruf verfasst hat. Man staunt immer wieder über die Genauigkeit und Vollständigkeit seiner Studien; er kann gut 721 Titel aufführen, bei den der Verstorbene Autor oder Koautor gewesen ist.

Ein Mann schliesslich, der dem Studium und der Forschung voll sich gewidmet  und im Geist des Dienstes und in der Liebe zu Franziskus und zum Orden sich mit allen seinen Kräften eingesetzt hat.

All die, die ihn gekannt und geschätzt haben, danken Gott für ihn und bitten Gott, dass er ihn zulasse zur Schau des Antlitzes Gottes.

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Letzte Änderung am Donnerstag, 15 Februar 2018 20:47