Curia Generalis Ordinis Fratrum Minorum Capuccinorum

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updated 5:17 AM CEST, Jul 22, 2017

Die Einheit in Reichweite

Am 23. Mai 2017 fand der VII. Kongress der Höheren Schule für Franzikanische Studien (ESEF), an dem die drei Generalminister (OFM, OFMConv und OFMCap) teilgenommen hatten, seinen Abschluss. Nachdem ich die Voten der drei Generalminister gehört hatte, war ich mir sicher, dass die Einheit der drei Obödienzen früher oder später zustande kommen wird. Bei ihrem letzten Votum haben die Minister die Basis ermuntert, die Initiative zu ergreifen und neue Formen von Gemeinschaft und Fraternität „auszuprobieren“.

Br. Marco Tasca OFMConv hat betont, „wenn wir von Fraternität reden, dann müssen wir auch den Mut haben, neue Formen von Gemeinschaft zu erproben. Wenn in einer Provinz vier oder fünf Brüder, nachdem sie die Sache geprüft und miteinander ins Gespräch gekommen sind, darum bitten, etwas Neues versuchen zu dürfen, dann sage ich: probieren wir es aus. Was kann schon schiefgehen? Es ist gerade heute wichtig, diesen Mut aufzubringen. Wir leben in einer Zeit des Suchens. Gehen wir doch die Sache an! Was haben wir schon zu verlieren? Schauen wir, was herauskommt, lassen wir uns führen, kommen wir einander näher, begleiten wir uns gegenseitig… Wir müssen keine Angst haben, Neues zu versuchen!… “Sebastián Mora, Generalsekretär der Caritas Spanien, sagte heute Morgen: „Wir haben das Recht Fehler zu machen, und falls wir uns täuschen sollten, dann eben Geduld. Normalerweise haben wir die Manie, 100% sicher sein zu wollen…“.

Die „Einheit“ ist, wenn wir uns auf den Weg machen, in einigen Projekten bereits  realisiert. Br Michael Perry OFM  sagt dazu: „Seit gut drei Jahren haben wir einigen Brüdern die Freiheit gegeben, neue Dinge zu erproben, wie z.Bsp. die Erfahrung von Emmaus. Sie wird im September mit fünf Brüdern beginnen: zwei OFM, zwei OFMConv und einer aus der Kustodie des Heiligen Landes. Ziel dieser neuen Erfahrungen ist es nicht, die Beziehungen zwischen den Obödienzen zu stärken; es geht eher darum, miteinander besondere Missionen zu erfüllen, wie zum Beispiel die Fort- und Weiterbildung. Auf alle Fälle ist „die gemeinsame Mission“ nicht etwas Neues“. Als ein Beispiel: in Lusaka (Sambia) geschieht seit mindestens 25 Jahren  für die drei Obödienzen die gemeinsame Ausbildung am San Bonaventura University College. „All diese Erfahrungen zeigen, dass die Geschichte wichtig ist, aber dass sie keineswegs verpflichtend sein muss“, so meinte es Br. Perry mit Blick auf die Einheit.

Von seiner Seite her hat Br. Mauro Jöhri OFMCap folgenden Schwerpunkt markiert: „Die Zusammenarbeit ist am Wachsen. Die Generalminister wurden angefragt, wie sich nach ihrer Meinung neue Wege finden lassen. In einer Welt, die sich immer mehr in ihrer kulturellen Vielfalt zeigt und in der alles zu allem in Beziehung steht, können wir da alle Mauern, an denen uns so sehr liegt, aufrecht erhalten… Das kann nicht der Weg sein, das wird nicht funktionieren“. In diesem Kontext glaube ich, dass „die kleinen Projekte“, in denen wir vereint leben und in denen wir die Schwierigkeiten angehen - es ist ganz offensichtlich, dass es diese gibt - ich glaube, dass all das zu dem gehört, was der Geist uns in diesem Augenblick sagen will“.

Die Realität der iberischen Halbinsel und die Schwierigkeiten, miteinander zu gehen, sind uns bewusst geworden. Wir haben die Generalminister gefragt, welche realen Möglichkeiten sie sehen, Räume für die Teilhabe und die gemeinsame Bildung zu schaffen. Br. Markus hat die folgende Antwort gegeben: „Immer wieder sind es wir Generalminister, die Anstoss geben, dass solche Erfahrungen der Gemeinschaft realisiert werden. Ich hätte Freude, wenn die Basis uns sagen würde, wir möchten das und das an die Hand nehmen. … Was meint ihr dazu? … Wir sind so sehr mit dem beschäftigt, was wir gerade tun, dass wir unsere Träume sterben lassen“.

In unserer Zeit müssten wir, wie Br. Michael es sagt, es Gott überlassen, in voller Freiheit zu handeln. „Wir reden viel von der Freiheit. Aber das reicht nicht. Das kann nicht erstes Motiv dafür sein, dass wir uns vereinen. Das erste Motiv, nach mir, ist unser gemeinsames Charisma, unsere Identität und unsere gemeinsame Berufung. Ich will die Gnade Gottes nicht abblocken, ich will nicht Hindernisse aufbauen gegen das, was Gott für unsere Zukunft möchte. Damit sage ich auch, dass ich eine gemeinsame Zukunft der drei Orden nicht verhindern will. Wir müssen unsere Herzen öffnen, ich gestehe ein, dass ich nicht weiss, wie wir das schaffen können. Die Gnade Gottes ist gross“.

Von Gabriel López Santamaría in Pazybien.es: Das Evangelium nach dem Stil des Franziskus leben

foto: pazybien.es / facebook

Letzte Änderung am Mittwoch, 21 Juni 2017 07:53