Curia Generalis Ordinis Fratrum Minorum Capuccinorum

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updated 5:17 AM CEST, Jul 22, 2017

Ein neuer Seliger für den Orden

Empfehlung Ein neuer Seliger für den Orden

Die Ordentliche Versammlung der Kardinäle und Bischöfe der Kongregation für die Heiligsprechungsprozesse hat am 25. April 2017 die Ausserordentlichkeit der Heilung, die der Fürsprache des Ehrwürdigen Franz Sollen Casey (1870-1957), Kapuzinerpriester der Provinz Calvary (USA), zugeschrieben wird, anerkannt. Am 4. Mai 2017 hat Papst Franziskus seine Zustimmung zum Bestätigungsdekret gegeben. Dieses öffnet den Weg zur Seligsprechung. Sie könnte gegen Ende dieses Jahres in Detroit durchgeführt  werden.

Bernard Franziskus Solan Casey war das sechste von sechzehn Kindern; er wurde am 25. November 1870 in Prescott im Staat Wisconsin (USA) geboren; seine Eltern waren Bernard James Casey und Ellen Elisabeth Murphy, Emigranten aus Irland.

Franz Solan war ein willensstarker Charakter, mit einer altruistischen Einstellung beschenkt und verfügte über eine freundliche Portion Humor. Er war gerne sportlich tätig; seine Spezialität war Basketball. Bevor er in den Orden eintrat, war er Bauernknecht, Schreiner, Bäcker, Gefängniswärter, Teamführer. Mit 22 Jahren trat er im Jahr 1892 ins Diözesane Seminar Hl. Franziskus von Sales in Milwaukee ein. Da er nicht im Stand war, die volle Rechnung zu bezahlen, arbeitete er als Coiffeur für seine Mitstudenten. Auf Grund seines jugendlichen Alters und seiner geringen Vorbildung hatte er es beim Studium mit grossen Schwierigkeiten zu tun, so dass die Oberen nach fünfjährigem Studium am Seminar empfahlen, die Pläne für einen priesterlichen Dienst aufzugeben und Ordensmann zu werden.

Bernhard Franziskus akzeptierte demütig und voller Vertrauen ihren Ratschlag und liess sich am 14. Januar 1897 im Kloster Hl. Bonaventura von Detroit ins Ordenskleid der Kapuziner einkleiden. Zum Abschluss des Noviziats legte er am 21. Juli 1898 seine Prozess ab und nahm am seraphischen Seminar von Milwaukee seine Theologiestudien wieder auf. Die Sprachen, die man im Unterricht brauchte, Latein und Deutsch, machten ihm das Lernen nicht leicht. Trotz dieser Schwierigkeit beschlossen die Oberen auf das Wort des Studienpräfekten hin, ihn zum Priester weihen zu lassen: „Wir wollen Br. Franz Solan zulassen, er wird wie der Pfarrer von  Ars ein Priester für die Leute sein“.  Am 24. Juli 1904 empfing er die Priesterweihe als sogenannter „pater simplex“. Damit war die Auflage verbunden, keine Beichten zu hören und in der Öffentlichkeit nicht zu predigen.

Er übte immer Aufgaben aus, die normalerweise den Laienbrüdern zugewiesen wurden: Sakristei, Ministrantenbetreuer und auch Pförtner. Er war in verschiedenen Häusern der Provinz stationiert und wurde schliesslich als Pförtner dem Kloster San Bonaventura in Detroit zugeteilt. Während gut einundzwanzig Jahren wirkte er dort und zog eine riesige Menge von Leuten an. Sie waren fasziniert von  dem, was sie aus dem Reden der Leute über seine Tugenden und über die ausserordentlichen Wirkungen der Gnade, die man seinen Gebeten zusprach, gehört hatten. .

Jeden Tag verbrachte er zehn Stunden an der Pforte, ohne sich eine Pause oder  Erholung zu gönnen. Mit einem guten Wort, in Liebe, Geduld und Gehorsam übte er sein Apostolat aus.

Am 28. Juli 1954 feierte Pater Franz Solan sein  50-jähriges Priesterjubiläum. Seine Gesundheit begann zu schwächen, nach wiederholten Spitalaufenthalten starb er im Kloster Heiliger Bonaventura in Detroit am 31. Juli 1957.

Letzte Änderung am Montag, 15 Mai 2017 05:26