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Der Heilige Franziskus umarmt und küßt die Füße des gekreuzigten Jesus

Historische Einordnung
 
Francesco di MargaritoneEs handelt sich hier um einen Ausschnitt aus der überlebensgroßen Darstellung des Gekreuzigten auf Holz, die sich in der Kirche “San Francesco” in Arezzo befindet. Das Kreuz hängt in der Mitte über dem Eingang zum Chor; hinter ihm liegt der Chor mit den Glasfenstern und der berühmten “Legende vom Kreuz”, die Piero della Francesca geschaffen hat. Das Kreuz stammt aus dem XIII. Jahrhundert und wird Margaritone von Arezzo, einem Maler in byzantinischem Stil, zugeschrieben; doch nähert er sich einem kräftigen psychologisierenden Expressionismus, den man in einem Meisterwerk bewundern kann, das sicher aus seiner Hand stammt: ein Bild des Franziskus, das in der Pinakothek von Arezzo aufbewahrt wird.
Ästhetische und spirituelle Deutung
 
Die Gestalt des Helligen Franziskus - wenn auch nur ein Ausschnitt der ganzen Komposition - ist gleichwohl gut erkennbar. Es stellt den Heiligen dar, kniend, wie er den rechten Fuß Jesu umarmt und die Wundmale küßt. Deutlich vor die Augen des Betrachters tritt das Blut, das zur Erde fließt, die Wundmale an den Füssen des Gekreuzigten, zwei große schwarze Punkte, denen die Stigmata an der Hand und an der Seite des Franziskus entsprechen, der intensive Ausdruck des Gesichts, der Augen und der ganzen Person des Heiligen.

Die ikonographische Bedeutung für den Betrachter ist offensichtlich: Franziskus hat sich Jesus als Modell für sein Leben genommen. Franziskus ist angezogen von dessen Liebe zu den Menschen, die ihn zum Tod am Kreuz geführt hat: “Er bringt sich selber durch seine eigenes Blut als Opfer und Gabe auf dem Altar des Kreuzes dar und er will, dass wir alle durch ihn gerettet werden" (Brief an die Gläubigen II,11ff). Dieser großen Liebe wollte Franziskus entsprechen und ihr gleichwerden, indem er dem Beispiel und der Lehre Jesu folgte. Auch von seinen Brüdern hat er verlangt, dass sie dasselbe tun: “Regel und Leben der Minderen Brüder ist dieses, nämlich unseres Herrn Jesu Christi heiliges Evangelium zu beobachten" (BReg 1,1).

 
     
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